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AHA, BHA und PHA in der Hautpflege – Wirkung, Anwendung & die besten Produkte

Was sind AHA, BHA und PHA?

AHA, BHA und PHA sind drei Gruppen chemischer Exfoliantien – Wirkstoffe, die abgestorbene Hautzellen lösen und den natürlichen Zellerneuerungsprozess der Haut beschleunigen. Anders als mechanische Peelings (Scrubs) wirken sie rein chemisch, ohne physische Reibung, und gelten daher als schonender und präziser in ihrer Wirkung.

AHA – Alpha-Hydroxysäuren sind wasserlösliche Säuren, die vor allem auf der Hautoberfläche wirken. Sie lösen die Verbindungen zwischen abgestorbenen Hautzellen und fördern deren Ablösung für einen glatteren, strahlenderen Teint. Die bekanntesten AHA sind Glycolsäure (aus Zuckerrohr, kleinste Molekülgröße, tiefste Penetration), Milchsäure (aus Milch oder Fermentation, sanfter und gleichzeitig feuchtigkeitsbindend), Mandelsäure (aus Bittermandeln, besonders sanft, geeignet für empfindliche Haut) sowie Zitronensäure und Weinsäure. In der EU sind AHA in Leave-on-Produkten bis 10 % zugelassen.

BHA – Beta-Hydroxysäuren sind fettlöslich – allen voran Salicylsäure als bekanntester Vertreter. Dank ihrer Lipidfähigkeit können BHA in die Poren eindringen, Talg und Verhornungen lösen und dort direkt wirken. BHA sind die erste Wahl für fettige, unreine und zu Komedonen neigende Haut. In der EU sind Salicylsäure in Leave-on-Produkten bis 2 % zugelassen.

PHA – Poly-Hydroxysäuren sind die neueste Generation chemischer Exfoliantien. Zu den wichtigsten PHA zählen Gluconolacton, Lactobionsäure und Maltobionsäure. Ihre größeren Moleküle dringen langsamer in die Haut ein, was sie deutlich sanfter macht als AHA oder BHA – bei gleichzeitiger exfolierender, feuchtigkeitsbindender und antioxidativer Wirkung. PHA eignen sich ideal für empfindliche, reaktive oder an Rosazea leidende Haut.


Warum sind AHA, BHA und PHA so beliebt?

Chemische Exfoliantien zählen zu den meistgesuchten Wirkstoffen in der modernen Hautpflege – und das aus gutem Grund. Während mechanische Peelings die Haut durch Reibung reizen und mikrofeine Verletzungen verursachen können, lösen AHA, BHA und PHA abgestorbene Hautzellen präzise und ohne physische Kraft. Das Ergebnis ist eine sichtbar glattere, ebenmäßigere Haut, die Folgeprodukte besser aufnimmt und mit natürlichem Glow erstrahlt.

Die K-Beauty-Welt hat die Verbreitung chemischer Exfoliantien global stark beschleunigt: Koreanische Marken haben niedrig konzentrierte, gut verträgliche AHA- und BHA-Produkte entwickelt, die in sanfteren Texturen und mit beruhigenden Begleitwirkstoffen formuliert sind – eine Alternative zu den oft aggressiveren westlichen Peeling-Produkten. In Japan sind chemische Exfoliantien als Quasi-Drug-Inhaltsstoffe reguliert und in klinisch präzisen Formulierungen für empfindliche Haut besonders verbreitet.


Für welche Hautbedürfnisse werden AHA, BHA und PHA häufig verwendet?

Die drei Säuregruppen adressieren jeweils unterschiedliche Hautbedürfnisse:

AHA – für Textur, Teint und Anti-Aging:

  • Glättet unebene Hauttextur und verbessert den Teint sichtbar
  • Hellt Hyperpigmentierung, Altersflecken und post-inflammatorische Verfärbungen auf
  • Stimuliert die Kollagensynthese und reduziert das Erscheinungsbild feiner Linien
  • Unterstützt die Hauterneuerung bei trockener und reifer Haut

BHA – für Poren, Talg und Unreinheiten:

  • Reinigt verstopfte Poren von innen und löst Mitesser und Komedonen
  • Reguliert die Talgproduktion für mattere, frischere Haut
  • Wirkt entzündungshemmend und antibakteriell bei Akne
  • Verfeinert das Erscheinungsbild vergrößerter Poren

PHA – für empfindliche und reaktive Haut:

  • Exfoliert sanft ohne Irritationen, Rötungen oder Lichtempfindlichkeitssteigerung
  • Bindet gleichzeitig Feuchtigkeit (Gluconolacton wirkt als Humektant)
  • Schützt vor oxidativem Stress durch antioxidative Eigenschaften
  • Geeignet für Rosazea-Haut, atopische Haut und Retinol-Einsteiger

Mit welchen Wirkstoffen werden AHA, BHA und PHA oft kombiniert?

Chemische Exfoliantien sind kraftvolle Wirkstoffe – ihre Kombinationen sollten durchdacht gewählt werden:

  • Hyaluronsäure: Unverzichtbarer Begleiter nach jedem chemischen Exfolianten – balanciert den Feuchtigkeitshaushalt und beruhigt die exfolierte Haut.
  • Niacinamid: Stärkt die Barriere und beruhigt nach der Exfoliation – eine der beliebtesten K-Beauty-Kombinationen für BHA-Routinen.
  • Centella Asiatica & Panthenol: Beruhigen Rötungen und Irritationen nach der Säureanwendung und unterstützen die Hautregeneration.
  • Ceramide: Essenziell nach der Exfoliation zur Wiederherstellung der Hautbarriere – sollten nach Säure-Produkten nicht fehlen.
  • Retinol: Kombinierbar, aber mit Bedacht – beide Wirkstoffe beschleunigen die Zellerneuerung. Zeitlich versetzt anwenden (Säuren morgens oder alternierend abends) und niemals in derselben Schicht.
  • Vitamin C: AHA und Vitamin C teilen aufhellende Eigenschaften und ergänzen sich – jedoch zeitlich versetzt anwenden, da die Kombination das Irritationspotenzial erhöhen kann.
  • Sonnenschutz (LSF): Nicht verhandelbar – AHA und BHA erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut. Täglicher Sonnenschutz mit LSF 30+ ist bei regelmäßiger Säureanwendung absolut unverzichtbar.

Anwendungshinweise

Die richtige Anwendung chemischer Exfoliantien ist entscheidend für gute Ergebnisse ohne Überreizung:

  • Reihenfolge: AHA, BHA und PHA kommen nach dem Reinigen auf die trockene Haut – vor Seren, Feuchtigkeitspflege und Sonnenschutz. Das „Dry Skin"-Prinzip (trockene Haut vor der Anwendung) intensiviert die Wirkung; feuchte Haut mildert sie ab.
  • Eingewöhnungsphase: Starten Sie mit 1–2 Anwendungen pro Woche und steigern Sie die Frequenz nach Hauttoleranz. Empfindlichere Haut sollte besonders langsam einsteigen.
  • AHA-Konzentration: 5–8 % für Einsteiger und tägliche Anwendung; 8–10 % für intensivere Behandlung und erfahrene Anwender. Über 10 % sind für Heimanwendung nicht zugelassen (EU).
  • BHA-Konzentration: 0,5–1 % für Einsteiger und empfindlichere Haut; 1,5–2 % für intensivere Porenreinigung und erfahrene Anwender.
  • PHA-Konzentration: PHA sind deutlich sanfter – Konzentrationen bis 10 % sind für die meisten Hauttypen gut verträglich, auch täglich.
  • Nicht kombinieren in einer Schicht: AHA und BHA nicht gleichzeitig in derselben Routine auf die Haut aufzutragen, erhöht das Irritationsrisiko deutlich – eine Säureart pro Anwendung ist effektiver und hautschonender.
  • Sonnenschutz täglich: AHA und BHA machen die Haut lichtempfindlicher – täglicher LSF 30+ ist keine Option, sondern Pflicht. PHA erhöhen die Lichtempfindlichkeit weniger stark, aber auch hier ist Sonnenschutz allgemein empfehlenswert.
  • Sichtbare Ergebnisse: Verbesserte Hauttextur und Strahlkraft zeigen sich häufig bereits nach 2–4 Wochen; Aufhellung von Pigmentierungen und Porenverfeinern nach 6–8 Wochen regelmäßiger Anwendung.

Koreanische und japanische Produkte mit AHA, BHA und PHA

In der koreanischen Hautpflege werden chemische Exfoliantien besonders durchdacht formuliert: K-Beauty-Marken setzen auf niedrigere Konzentrationen in Kombination mit beruhigenden Wirkstoffen wie Centella Asiatica, Niacinamid oder Panthenol – für effektive, aber deutlich hautschonendere Peeling-Erfahrungen als klassische westliche Säureprodukte. COSRX mit dem AHA 7 Whitehead Power Liquid und dem BHA Blackhead Power Liquid hat Maßstäbe gesetzt. Marken wie Some By Mi mit der AHA BHA PHA 30 Days Miracle-Linie, Neogen, Benton und SKIN&LAB bieten ausgezeichnete Säureprodukte für jede Hauttoleranz.

In Japan sind chemische Exfoliantien als Quasi-Drug-Inhaltsstoffe reguliert – besonders Glycolsäure und Salicylsäure werden in klinisch präzisen Formulierungen für empfindliche Haut eingesetzt. Marken wie Rohto, Shiseido, Kose und Orbis bieten milde, dermatologisch orientierte Exfoliantien an, die das japanische Prinzip der sanften, aber wirksamen Pflege verkörpern. Beliebt sind vor allem PHA-haltige Produkte für empfindliche Haut sowie Milchsäure-Toner, die gleichzeitig exfolieren und Feuchtigkeit spenden.

Gemeinsam zeichnen asiatische Säureprodukte ihre ausgewogene Formulierungsphilosophie aus: wirksam genug für sichtbare Ergebnisse, sanft genug für eine nachhaltige Hautgesundheit – ein Gleichgewicht, das K-Beauty und J-Beauty weltweit zu Vorbildern in der Exfoliationsroutine gemacht hat.


FAQ – Häufige Fragen zu AHA, BHA und PHA in der Hautpflege

Was ist der Unterschied zwischen AHA, BHA und PHA – welche ist die richtige für mich? AHA (z. B. Glycolsäure, Milchsäure) eignet sich am besten für trockene, reife oder pigmentierungsanfällige Haut, die von Texturverbesserung und Aufhellung profitiert. BHA (Salicylsäure) ist die Wahl für fettige, unreine, zu Komedonen neigende Haut – sie reinigt Poren von innen. PHA (Gluconolacton, Lactobionsäure) ist ideal für empfindliche, reaktive oder von Rosazea betroffene Haut, die sanfte Exfoliation ohne Irritationen benötigt. Mischhaut kann von einer Kombination profitieren – BHA in der T-Zone, AHA oder PHA auf trockenen Partien.

Kann ich AHA und BHA gleichzeitig verwenden? Ja, aber nicht in derselben Schicht und nicht im selben Routineschritt. Eine bewährte Methode ist die Trennung nach Tageszeit (AHA morgens, BHA abends) oder nach Wochentagen (AHA montags/mittwochs, BHA dienstags/donnerstags). Das Übereinanderschichten beider Säuren erhöht das Reiz- und Barriereschädigungsrisiko erheblich – eine Säureart pro Anwendung ist effektiver und sicherer.

Wie oft sollte ich chemische Exfoliantien anwenden? Das hängt von Säureart, Konzentration und individuellem Hauttyp ab. Für Einsteiger gilt: 1–2 Mal pro Woche, dann langsam steigern. Erfahrene Anwender mit toleranter Haut können AHA und BHA täglich einsetzen – vorausgesetzt, die Haut zeigt keine Zeichen von Überreizung (anhaltende Rötungen, Schuppung, Spannungsgefühl). PHA kann aufgrund ihrer Sanftheit häufiger, auch täglich, eingesetzt werden.

Warum macht die Haut nach AHA manchmal ein sogenanntes Purging durch? Purging beschreibt eine vorübergehende Verschlechterung des Hautbilds – vermehrte Unreinheiten – zu Beginn der Säureanwendung. AHA beschleunigen den Zellumsatz und fördern damit auch das schnellere Austreten von bereits in den Poren vorhandenen Unreinheiten. Dieses Phänomen ist vorübergehend und klingt typischerweise nach 2–4 Wochen ab. Anhaltende Verschlechterungen über diesen Zeitraum hinaus sind ein Hinweis auf eine echte Unverträglichkeit – in diesem Fall Anwendungsfrequenz reduzieren oder Produkt wechseln.

Sind chemische Exfoliantien in der Schwangerschaft geeignet? Milchsäure und Glycolsäure in niedrigen Konzentrationen (unter 10 %) gelten topisch als weitgehend unbedenklich in der Schwangerschaft. Salicylsäure in höheren Konzentrationen (ab 2 %) wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen. PHA gelten als besonders sanft und werden in der Schwangerschaft häufig als Alternative zu anderen Säuren diskutiert. Da individuelle Umstände variieren, empfiehlt sich vor der Anwendung aktiver Wirkstoffe in der Schwangerschaft immer die Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin.

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